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Private Krankenversicherung 2012

Thursday, September 29th, 2011

Die Private Krankenversicherung 2012: Unisex- statt Einsteigertarife

Im Lauf des Jahres 2012 sollen in der Privaten Krankenversicherung sogenannte Unisex-Tarife eingeführt werden, die bisherige Unterscheidung nach Geschlecht ist laut dem Europäischen Gerichtshof nicht zulässig. Auch bei den Einsteigertarifen haben einige Versicherungen Änderungen angekündigt.

Private Krankenversicherung mit gleichen Beiträgen für Männer und Frauen

Bislang erhebt die Private Krankenversicherung unterschiedliche Beiträge für Männer und Frauen. Dies wird unter anderem mit der höheren Lebenserwartung der weiblichen Bevölkerung und der damit verbundenen höheren Kosten im Alter begründet. Der Europäische Gerichtshof hat derartige Unterscheidungen jedoch für ungültig erklärt.

Daher wird die Private Krankenversicherung 2012 die Tarife neu kalkulieren, spätestens bis Jahresende sollen die Änderungen vollzogen sein. Männer, die gerne in die Private Krankenversicherung wechseln möchten und die Voraussetzungen dafür erfüllen, sollten dies daher möglichst vor Inkrafttreten der neuen Tarife tun, da diese voraussichtlich mit höheren Beiträgen verbunden sein werden.

Einige Anbieter streichen Einsteigertarife

Viele Versicherungen bieten bislang günstige Einsteigertarife an, um die Private Krankenversicherung beispielsweise auch für Einzelunternehmen mit einem eher geringen Einkommen attraktiv zu machen.

Der spätere Wechsel in einen teureren Tarif, mit dem einige Unternehmen gerechnet hatten, trat jedoch nur in sehr geringem Umfang ein. Daher haben einige Anbieter nun beschlossen, die Einsteigertarife ab dem Jahr 2012 aus dem Programm zu nehmen.

Wer sich für einen solchen Tarif interessiert, sollte die Versicherung daher möglichst noch in diesem Jahr abschließen, um noch zwischen mehreren Anbietern wählen zu können.

Private Krankenversicherung Billigtarife in der Kritik

Wednesday, July 27th, 2011

Auf Werbebannern und in Emails wird teilweise damit geworben, dass man in eine private Krankenversicherung wechseln und sich dort schon für z.B. 59,- oder 89,- Euro monatlich versichern könne.

Auf diese Art wäre der Versicherte in der Lage, jährlich tausende Euro zu sparen. Seriöse Fachleute, Vermittler und Berater distanzieren sich von solchen Werbemethoden, kritisieren Billigtarife und klären Interessenten auf:

Monatsbeiträge dieser geringen Höhe basieren auf seltenen Sonderfällen und Rechentricks, sind für kaum jemanden tatsächlich erhältlich und bieten keinen nennenswerten Leistungsvorteil gegenüber gesetzlichen Krankenversicherungen. Solche Tarife haben sogar Nachteile gegenüber der GKV.

In die PKV wechseln aus Geldnot?

Die Wahrheit ist: PKV Tarife können zwar preisgünstiger sein als alternativ zu zahlende Krankenkassenbeiträge, das gilt jedoch besonders für Versicherte mit relativ hohem Einkommen, die nicht mehrere junge Kinder haben oder zu bekommen planen.

Wer sich trotz eines relativ geringen Einkommens privat versichern darf und mehrere junge Kinder hat, ist in einer gesetzlichen Krankenversicherung oft besser aufgehoben als in einem privaten Einsteiger- bzw. Billigtarif.

Aus Geldnot sollte man nicht von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln, denn die größte Stärke der PKV sind Ihre invididuell anpassbaren, hochqualitativen, modernen medizinischen Leistungen, die man für 59,- Euro Monatsbeitrag sowieso nicht erhält.

Nachteile von PKV Billigtarifen

So warnt auch das Ratingunternehmen Franke & Bornberg in einer aktuellen Veröffentlichung vor den billigen “Einsteigertarifen”:

Patienten bekommen keine Leistung, wenn sie eine ambulante Psychotherapie benötigen, auch Rehas und Kuren sowie künstliche Befruchtungen und Heilpraktiker-Behandlungen werden nicht bezahlt. Und die üblichen Bestimmungen für Zahnersatz gelten nicht.

In solchen Tarifen besteht kein Spielraum, Leistungen aus Kulanz zu erstatten. Zudem sind wegen der knappen Kalkulation künftig überdurchschnittliche Beitragssteigerungen nicht auszuschließen.

Das Optimimum ist ein individueller Kompromiss

Letztlich muss sich der Versicherte gut beraten entscheiden, welcher der drei Aspekte “Leistung”, “anfänglicher Monatsbeitrag (und Selbstbeteiligung)” sowie “Beitragsstabilität” ihm beim Krankenversicherungsschutz wie wichtig ist, denn:

Die besten Versicherungsleistungen gibt es natürlich nicht in den billigsten Tarifen. Die momentan billigsten Tarife sind höchstwahrscheinlich nicht die zukünftig beitragsstabilsten. Ein Wechsel des Tarifs kann nach neu hinzugekommen gesundheitlichen Problemen schwer oder unmöglich werden.

Gesunde Skepsis ratsam

Deshalb muss der ehrliche Ratschlag lauten: Finger weg von Angeboten, die mit Monatsbeiträgen von unter 100,- Euro für eine private Krankenversicherung werben! Und Vorsicht bei PKV-Tarifen mit Monatsbeiträgen deutlich unter 200,- Euro, denn dort sind hohe Selbstbeteiligung, relativ geringer Leistungsumfang, wenig Kulanzbereitschaft und überdurchschnittliche Beitragssteigerungen zu erwarten.

Um einen für Sie individuell guten PKV-Tarif zu finden, lassen Sie sich unbedingt von seriösen und möglichst unabhängigen Experten beraten. Legen Sie gesunde Skepsis an den Tag und wenn etwas zu gut klingt, versuchen Sie es durch weitere eigene Recherchen zu überprüfen.

Handlungsunfähig durch Zögern

Die Entscheidungen für eine gesetzliche oder private Krankenversicherung, für einen konkreten Tarif und die damit zusammenhängenden Gestaltungsmöglichkeiten, wie die Höhe der Selbstbeteiligung, haben langfristige Folgen für Ihre Gesundheit und Ihren Geldbeutel. Sie sollten darum gut informiert getroffen werden.

Zögern Sie nur nicht zu lange damit, sich zu informieren, beraten zu lassen, sich zu entscheiden und — wenn sinnvoll — einen Wechsel zu machen. Sonst können Ihnen neu hinzugekommene Diagnosen die Möglichkeit nehmen, noch etwas an Ihrer Krankenversicherung zu ändern.

Mit möglicherweise sogar schwerwiegenderen Folgen als der Wechsel in einen Tarif, der vielleicht nicht alle Ihre Wünsche gleichzeitig optimal erfüllt, aber für Sie besser ist als Ihr bisheriger (und dann leider nicht mehr zu ändernder) Versicherungsschutz.

Beiträge anderer Websites zum selben Thema:
Chat Private Krankenversicherung, Billigtarife: Expertin antwortet – test.de
Krankenversicherung für 59 Euro – verbraucherschutz.tv
Private Krankenversicherungen: Experten warnen vor Billigtarifen – tarifcheck24.com
PKV: Franke & Bornberg warnt vor Billigtarifen – private-krankenkasse-pkv.de
DKV: Keine Billigtarife mehr – krankenversicherung-experte.com