Zeckensaison begonnen – lohnt sich Impfung?

Die Zeckensaison hat wieder begonnen. Für wen lohnt sich eine Impfung?

Zecke

Zecke (Foto: siehe Quellen)

Wenn die Temperatur die Marke von 8 Grad Celsius im Mittel übersteigt, beginnt alljährlich wieder die Zeckensaison in Deutschland und mit ihr die Zeit, in der die Hersteller von Impfstoffpräparaten verstärkt zur Prävention aufrufen. Aufgrund des langen, kalten Winters, gab es 2010 jedoch erst sehr spät die ersten Zecken.

Vom Robert-Koch-Institut werden jährlich im Durchschnitt 300 FSME-Krankheitsfälle gemeldet. Kommt es zu einer Ansteckung mit dem Virus, so kann diese höchst unterschiedlich verlaufen. Nach Angaben des RKI treten in 60 Prozent der Fälle keine Symptome auf, weil das Immunsystem die Viren noch während der Inkubationszeit vollständig besiegt. In 30 Prozent äußert sich die Erkrankung wie eine Sommergrippe mit Fieber, Abgeschlagenheit und Schwitzen.

Bei den restlichen 10 Prozent greift das Virus das zentrale Nervensystem an, und es kommt zu einer Entzündung von Hirnhaut (Meningitis), Gehirn (Enzephalitis) oder Rückenmark (Myelitis) – beziehungsweise einer Kombination dieser Krankheiten. In schlimmen Fällen kann es infolgedessen zu Lähmungen oder geistige Behinderungen kommen. Nur in seltenen Fällen endet die Infektion tödlich. Zwischen 2006 und 2008 meldete das RKI insgesamt einen FSME-bedingten Sterbefall.

Das Risiko für eine FSME-Infektion geht nur von Zecken in Süddeutschland aus. Dort sind circa ein Prozent der Blutsauger mit dem Virus infiziert. „Wer sich in Baden-Württemberg, Bayern oder den angrenzenden Kreisen Thüringens oder Hessens in der freien Natur aufhält, sollte über eine FSME-Impfung nachdenken“, erklärt Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut (RKI). „In allen anderen Teilen Deutschlands besteht keine Gefahr einer Ansteckung.“

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung ebenfalls nur, wenn ein konkretes Infektionsrisiko besteht. Das betrifft vor allem Menschen, die in FSME-Risikogebieten wohnen oder in diese reisen und sich dort häufig im freien aufhalten. Menschen, die beruflich durch FSME gefährdet sind, wie zum Beispiel Laborpersonal oder Forstarbeiter, wird dringend zu einer Impfung geraten, zumal deren Verträglichkeit für den Organismus in den vergangenen jahren erheblich verbessert wurde.

In diesen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Impfkosten. „Letztlich muss jeder für sich entscheiden, ob eine Impfung sinnvoll ist“, sagt RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. „Wer weiß, dass er sehr anfällig für Zeckenstiche ist und besonders häufig gestochen wird, sollte vorsichtig sein.“

[Quellen: Focus, Robert Koch Institut, Wikimedia / Aka]

Tags: , , , , , , ,

5 Kommentare zu “Zeckensaison begonnen – lohnt sich Impfung?”

  1. Robert Koch Institut says:

    Aktuelle Informationen zur Lyme-Borreliose
    Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung in Europa. Etwa 5–35% der Zecken sind mit Borrelien befallen. Im Unterschied zur Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die nur in Risikogebieten insbesondere im Süden Deutschlands auftritt, sind Zecken in ganz Deutschland Überträger der Borreliose. Im aktuellen Epidemiologischen Bulletin Nr. 12/2010 werden die Meldedaten zur Lyme-Borreliose, die von den sechs östlichen Bundesländern an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt wurden, ausgewertet.

    Quelle:
    http://www.rki.de/cln_169/nn_1310082/DE/Content/Service/Presse/Teaser-Archiv/100329__Teaser__Lyme-Borreliose.html

    Weitere Informationen zum Thema:
    http://www.rki.de/cln_169/nn_1310082/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2010/12__10,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/12_10.pdf

  2. [...] Zeckensaison begonnen – lohnt sich Impfung? « Private … [...]

  3. live cam says:

    Danke werde es weiter empfehlen!

  4. Rezeptfrei says:

    Viele Grüsse und bitte weiter so…

Kommentar hinterlassen