Arzneimittelpreise in GKV und PKV

Der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) fordert im Zusammenhang mit dem von der Bundesregierung geplanten Arzneimittel-Sparpaket eine Gleichbehandlung mit den gesetzlichen Krankenkassen.

Die privaten Krankenversicherungen möchten auch die Gebührenordnung für Ärzte so verändern lassen, dass sie Einfluss auf Preis, Qualität und Quantätit der ärztlichen Leistungen bekommen. Bisher hatten beide Initiativen noch keinen Erfolg.

In der Stellungnahme der PKV zum Gesetzesvorhaben wird erklärt, dass es „keinen plausiblen Grund“ gebe, Kunden der privaten Krankenversicherungen von gesetzlichen Ermäßigungen bei Arzneimittelpreisen auszunehmen.

„Eine gesetzliche Preisspreizung nach Versichertenstatus bei identischen Arzneimitteln, wo keine Leistungsdifferenzierung möglich ist, ist keinem Patienten zu vermitteln”, erläutert der PKV-Verband seine Forderungen.

Der Verband sieht eine große Gefahr, wenn die Preisregulierungen nur für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gelten sollen. Wenn das der Fall wäre, würde so ein System dazu verleiten, „den erhöhten Herstellerrabatt in der GKV durch eine Preiserhöhung im Bereich der Privatversicherten zumindest partiell zu kompensieren”.

Philipp Rösler

Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP)

Die Ausgaben der privaten Krankenversicherugen für Arznei- und Verbandsmittel sind seit 1997 um 85 Prozent gestiegen, während es bei den gesetzlichen Krankenkassen nur eine Steigerung um 68 Prozent gab.

Allein im März 2010 stieg der Apotheken-Umsatz durch höhere Arzneimittelausgaben um 10 Prozent. Vertreter der Apotheker weisen bereits auf die Bedrohung ihrer wirtschaftlichen Existenz für den Fall hin, dass der Rabatt auf alle Versicherten ausgedehnt werde.

Es wird nicht leicht für die PKV, ihre Forderungen durchzusetzen. Zumal die von Bundesgesundheitsminister Philip Rösler geplanten Sparmaßnahmen auch begrenzt auf die GKV schon auf Widerstand in der Pharma-Industrie treffen, die nicht als Kostentreiber bezeichnet werden möchte:

Das Defizit der GKV im kommenden Jahr werde voraussichtlich zwischen 9 und 15 Milliarden Euro liegen. Dagegen wären die anvisierten Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro geradezu winzig, teilten die Pharma-Verbände mit. Sie fordern ein breiteres Gesamtpaket von Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem.

[Quellen: Welt Online, Deutsche Apotheker Zeitung]

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2 Kommentare zu “Arzneimittelpreise in GKV und PKV”

  1. Deutsche Apotheker Zeitung says:

    “Die Ausgabenunterschiede ergäben sich dadurch, dass der Gesetzgeber bislang Rabatte auf die Arzneimittelpreise nur den 90 Prozent GKV-Versicherten eingeräumt habe. „PKV-Versicherte erhalten bislang keinen Apothekenrabatt von 2,30 Euro pro Packung und keinen Herstellerrabatt von 6 Prozent“ auf den Herstellerabgabepreis.”
    Quelle: http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/politik/news/2010/05/18/pkv-ruft-nach-dem-staat.html

  2. Vitor says:

    Das ist lachhaft, die Impfung ist eine eilganime Aktion, wie man da auf die Idee kommen kann, die Beitre4ge auf Dauer zu erhf6hen ist wieder mal Verarschung hoch 3. Angeblich liegen die Kosten ffcr die Impfung pro Nase bei 14 20 € da sollte doch genfcgend im Topf sein, um die eilganime Impfung zu bezahlen, vor allem schon deshalb, weil die Kosten, die bei einer Pandemie auf die Kassen zukommen sehr viel hf6her liegen dfcrften, gar nicht zu reden von den Ausfe4llen in der Wirtschaft wegen Fehlzeiten.Beitragserhf6hungen mfcssen begrfcndet und genehmigt werden, ich mf6chte den Politiker sehen, der vor einer Wahl so was mitmacht. Selbst die doofe Ulla Schmidt kann nicht so deppert sein, sich fcber den Tisch ziehen zu lassen. Oder doch?Ich beffcrchte, die Lobby der Pharmafirmen wird gleichwohl unendlich Druck ausfcben, das ist die Gesche4ftsidee des Jahres und wird die Aktione4re wieder le4cheln lassen.

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