Archive for the ‘Gesundheitsschutz’ Category

Sprossen als Quelle der Ehec Epidemie identifiziert

Sunday, June 5th, 2011

Bildquelle: Grace Winter / pixelio

Nach neuesten Erkenntnissen scheint es wahrscheinlich, dass Sprossen die Quelle der Ehec-Epidemie mit bisher 18 Toten in Deutschland sind.

Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus Behördenkreisen. Eine Firma im Kreis Uelzen steht angeblich in Verbindung mit den zuletzt in Lübeck aufgetretenen Erkrankungen.

Bis Sonntag Nachmittag wurde der EHEC-Erreger in Sprossen allerdings labortechnisch nicht nachgewiesen, die Ergebnisse der Untersuchen betreffen soweit nur die Handelswege.

„Wir haben ein Produkt identifiziert, das an alle großen Ausbruchsherde von Ehec-Erkrankungen geliefert worden ist“, sagte Gert Hahne, der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums.

Quelle: FAZ

EHEC Infektionswelle: Suche nach Quelle und Heilung

Tuesday, May 31st, 2011

Die Infektionsquelle ist noch aktiv und unbekannt. Der lebensgefährliche Darmkeim EHEC HUSEC041 (O104:H4) verbreitet sich weiter.

Er ist aktuell deutschlandweit für mindestens 1400 Erkrankungen — etwa 350 davon mit der schweren Verlaufsform HUS, “hämolytisch-urämisches Syndrom” — und 15 Todesfälle verantwortlich.

Laut Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) ist die Infektionsquelle noch immer “aktiv”. Bahr rechnet mit steigenden Infektionszahlen und rief die Bürger zu weiterhin “größter Vorsicht” auf. Die Einhaltung von Hygienevorschriften sei der beste Schutz vor einer Ansteckung.

Die Krankheit hat eine Inkubationszeit von etwa 8 Tagen, so dass Erkenntnisse über den Verbreitungsgrad immer mindestens eine Woche rückblickend sind.

 

Quelle im Süden, Verbreitung in Norden?

Die meisten Infektionen gab es in Norddeutschland, speziell in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachen. Sachsen und Brandenburg sind die einzigen Bundesländer ohne gemeldeten EHEC Fall.

Nachdem ursprünglich Bio-Gurken aus Spanien Verdacht kamen, die gesuchte Quelle der Infektionswelle zu sein, wurde dieses inzwischen widerlegt. Zwar wurde auf den Gurken EHEC-Erreger nachgewiesen, allerdings nicht des Stamms Typ O104, der die aktuellen Erkrankungen ausgelöst hat.

Anders als es oft interpretiert wurde, warnte das Robert Koch Institut jedoch nicht ausdrücklich vor Gemüse aus Norddeutschland, sondern vor dem Verzehr roher Tomaten, Salatgurken und Blattsalate “insbesondere in Norddeutschland”.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung “empfiehlt derzeit weiterhin vorsorglich Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren. Diese Hinweise, die insbesondere auf in Norddeutschland erhältliche Ware abzielen, haben weiterhin Bestand, solange die Ermittlungen des Ausbruchsgeschehens andauern”.

 

EHEC Symptome

EHEC produziert Giftstoffe, die im Darm freigesetzt werden, wodurch es zu blutigen Durchfallerkrankungen kommen kann. Typische Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und leichter, wässriger Durchfall. Bei schwerem Krankheitsverlauf treten blutiger Stuhl und schmerzhafte Bauchkrämpfe auf.

Durch die EHEC-Gifte kann es zu Blutarmut, Gefäßschädigungen und Nierenfunktionsstörungen kommen, die besonders bei Kindern unter Umständen tödlich verlaufen.

 

Hoffnung durch neues Medikament

Die schwersten Fälle von Ehec-Infektionen werden jetzt mit einer experimentellen Behandlung bekämpft. Nach ersten Versuchen zeigen sich die Mediziner optimistisch, dass der schon seit 2007 auf dem Markt befindliche Wirkstoff Eculizumab auch gegen den gefährlichen Darmkeim hilft. Eculizumab greift in das Immunsystem ein und hemmt die Zerstörung von Blutzellen.

Das renommierte Fachblatt “New England Journal of Medicine” veröffentlichte kürzlich einen Artikel über die experimentelle Therapie, die zunächst bei nur 3 Patienten eingesetzt wurde. Ihr neurologischer Zustand sei nach der Behandlung wieder völlig normal gewesen, die Nieren hätten einwandfrei gearbeitet.

 

Kein Wundermittel

Der sogenannte Antikörper Eculizumab wird seit knapp einer Woche in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eingesetzt, wo etwa 50 EHEC-Patienten die schwere Verlaufsform HUS haben.

Der Direktor der Abteilung für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, Hermann Haller, sagte zu dem neuen Medikament: “Es nützt etwas, aber es ist kein Wundermittel.” Die bisherige Behandlungsdauer sei noch zu kurz, um eine eindeutige Stellungnahme abzugeben.

 

Quellen und Links:
Bild: So funktioniert der EHEC Keim
BildBlog: Panikmache in deutschen Landen
Robert Koch Institut: Häufung des lebensbedrohlichen, durch Bakterien verursachten HUS
Spiegel Online Wissenschaft: Neue Therapie weckt Hoffnung für Ehec-Patienten
New England Journal of Medicine: Complement Blockade in Severe Shiga-Toxin–Associated HUS
TAZ: Es hilft, ist aber kein Wundermittel
Illustration: geralt / PIXELIO

Beginn der Zeckensaison: Bundesweite Borreliose-Gefahr

Saturday, May 29th, 2010

Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Deutschland. Sie wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi aus der Gruppe der Spirochäten ausgelöst. Zwischen 5 und 35% der Zecken sind je nach Region mit den gefährlichen Borrelien infiziert. Die Übertragung erfolgt vor allem durch den Holzbock, die in Deutschland am weitesten verbreitete Zeckenart; sehr selten auch durch Stechmücken oder Pferdebremsen.

Dabei ist ein Süd-Nordgefälle bei der Durchseuchung (dem prozentualen Anteil der Infizierten Zecken) zu erkennen. Während in den nördlichen Bundesländern die Zecken nur zwischen 6% bis 10% mit Borrelia burgdorferi infiziert sind, beträgt die Durchseuchungsrate im süd- und mitteldeutschen Raum zwischen 20% und 30%. Regional, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg kann die Quote mit bis zu 50% sogar deutlich höher liegen. Genaue Studien stehen aber, aufgrund des Fehlens einer einheitlichen bundesweiten Meldepflicht, noch aus.

In den neuen Bundesländern und Berlin besteht eine auf landesrechtlicher Ebene geregelte Meldepflicht für die Erkrankung mit der Borreliose, auf deren Basis ein aktuelles „Epidemologisches Bulletin zur Analyse der gemeldeten Erkrankungsfälle“ Ende März 2010 vom Robert-Koch-Institut herausgegeben wurde (erscheint alle zwei Jahre).

Gegen die Lyme Borreliose gibt es – im Gegensatz zur Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die jedoch äusserst selten vorkommt und regional auf den Süden Deutschlands begrenzt ist – keine präventive Immunisierung.

Die Übertragung der Borrelien findet nicht sofort nach dem Stich einer Zecke statt. Es vergehen etwa 8 bis 12 Stunden, bevor die Bakterien auf den Wirt übergehen. Deshalb ist es besonders wichtig, sich nach jedem Aufenthalt in gefährdeten Gebieten einer gründlichen Inspektion zu unterziehen um die Zecken so schnell wie möglich entfernen zu können. Wurde man mit Borrelien infiziert und erkennt die Zeichen rechtzeitig, so ist die Behandlung mit Antibiotika kein Problem.

Erkennt man die Symptome jedoch nicht rechtzeitig (sofern es zu Symptomen kommt) und kommt es zum Ausbruch der Krankheit, dann kann sie zu einer Schädigung der Organe, des Nervensystems, der Gelenke sowie des Gewebes führen (multisystemische Erkrankung). In den fortgeschrittenen Stadien ist eine Behandlung mit Antibiotika schwierig und führt nicht immer zum Erfolg.

Quelle: Robert Koch Institut, Wikipedia

Siehe auch: Zecken – lohnt sich Impfung?

Zeckensaison begonnen – lohnt sich Impfung?

Wednesday, May 26th, 2010

Die Zeckensaison hat wieder begonnen. Für wen lohnt sich eine Impfung?

Zecke

Zecke (Foto: siehe Quellen)

Wenn die Temperatur die Marke von 8 Grad Celsius im Mittel übersteigt, beginnt alljährlich wieder die Zeckensaison in Deutschland und mit ihr die Zeit, in der die Hersteller von Impfstoffpräparaten verstärkt zur Prävention aufrufen. Aufgrund des langen, kalten Winters, gab es 2010 jedoch erst sehr spät die ersten Zecken.

Vom Robert-Koch-Institut werden jährlich im Durchschnitt 300 FSME-Krankheitsfälle gemeldet. Kommt es zu einer Ansteckung mit dem Virus, so kann diese höchst unterschiedlich verlaufen. Nach Angaben des RKI treten in 60 Prozent der Fälle keine Symptome auf, weil das Immunsystem die Viren noch während der Inkubationszeit vollständig besiegt. In 30 Prozent äußert sich die Erkrankung wie eine Sommergrippe mit Fieber, Abgeschlagenheit und Schwitzen.

Bei den restlichen 10 Prozent greift das Virus das zentrale Nervensystem an, und es kommt zu einer Entzündung von Hirnhaut (Meningitis), Gehirn (Enzephalitis) oder Rückenmark (Myelitis) – beziehungsweise einer Kombination dieser Krankheiten. In schlimmen Fällen kann es infolgedessen zu Lähmungen oder geistige Behinderungen kommen. Nur in seltenen Fällen endet die Infektion tödlich. Zwischen 2006 und 2008 meldete das RKI insgesamt einen FSME-bedingten Sterbefall.

Das Risiko für eine FSME-Infektion geht nur von Zecken in Süddeutschland aus. Dort sind circa ein Prozent der Blutsauger mit dem Virus infiziert. „Wer sich in Baden-Württemberg, Bayern oder den angrenzenden Kreisen Thüringens oder Hessens in der freien Natur aufhält, sollte über eine FSME-Impfung nachdenken“, erklärt Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut (RKI). „In allen anderen Teilen Deutschlands besteht keine Gefahr einer Ansteckung.“

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut empfiehlt die Impfung ebenfalls nur, wenn ein konkretes Infektionsrisiko besteht. Das betrifft vor allem Menschen, die in FSME-Risikogebieten wohnen oder in diese reisen und sich dort häufig im freien aufhalten. Menschen, die beruflich durch FSME gefährdet sind, wie zum Beispiel Laborpersonal oder Forstarbeiter, wird dringend zu einer Impfung geraten, zumal deren Verträglichkeit für den Organismus in den vergangenen jahren erheblich verbessert wurde.

In diesen Fällen übernimmt die Krankenkasse die Impfkosten. „Letztlich muss jeder für sich entscheiden, ob eine Impfung sinnvoll ist“, sagt RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. „Wer weiß, dass er sehr anfällig für Zeckenstiche ist und besonders häufig gestochen wird, sollte vorsichtig sein.“

[Quellen: Focus, Robert Koch Institut, Wikimedia / Aka]