Archive for the ‘Behandlung / Heilung’ Category

EHEC Infektionswelle: Suche nach Quelle und Heilung

Tuesday, May 31st, 2011

Die Infektionsquelle ist noch aktiv und unbekannt. Der lebensgefährliche Darmkeim EHEC HUSEC041 (O104:H4) verbreitet sich weiter.

Er ist aktuell deutschlandweit für mindestens 1400 Erkrankungen — etwa 350 davon mit der schweren Verlaufsform HUS, “hämolytisch-urämisches Syndrom” — und 15 Todesfälle verantwortlich.

Laut Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) ist die Infektionsquelle noch immer “aktiv”. Bahr rechnet mit steigenden Infektionszahlen und rief die Bürger zu weiterhin “größter Vorsicht” auf. Die Einhaltung von Hygienevorschriften sei der beste Schutz vor einer Ansteckung.

Die Krankheit hat eine Inkubationszeit von etwa 8 Tagen, so dass Erkenntnisse über den Verbreitungsgrad immer mindestens eine Woche rückblickend sind.

 

Quelle im Süden, Verbreitung in Norden?

Die meisten Infektionen gab es in Norddeutschland, speziell in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachen. Sachsen und Brandenburg sind die einzigen Bundesländer ohne gemeldeten EHEC Fall.

Nachdem ursprünglich Bio-Gurken aus Spanien Verdacht kamen, die gesuchte Quelle der Infektionswelle zu sein, wurde dieses inzwischen widerlegt. Zwar wurde auf den Gurken EHEC-Erreger nachgewiesen, allerdings nicht des Stamms Typ O104, der die aktuellen Erkrankungen ausgelöst hat.

Anders als es oft interpretiert wurde, warnte das Robert Koch Institut jedoch nicht ausdrücklich vor Gemüse aus Norddeutschland, sondern vor dem Verzehr roher Tomaten, Salatgurken und Blattsalate “insbesondere in Norddeutschland”.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung “empfiehlt derzeit weiterhin vorsorglich Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren. Diese Hinweise, die insbesondere auf in Norddeutschland erhältliche Ware abzielen, haben weiterhin Bestand, solange die Ermittlungen des Ausbruchsgeschehens andauern”.

 

EHEC Symptome

EHEC produziert Giftstoffe, die im Darm freigesetzt werden, wodurch es zu blutigen Durchfallerkrankungen kommen kann. Typische Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und leichter, wässriger Durchfall. Bei schwerem Krankheitsverlauf treten blutiger Stuhl und schmerzhafte Bauchkrämpfe auf.

Durch die EHEC-Gifte kann es zu Blutarmut, Gefäßschädigungen und Nierenfunktionsstörungen kommen, die besonders bei Kindern unter Umständen tödlich verlaufen.

 

Hoffnung durch neues Medikament

Die schwersten Fälle von Ehec-Infektionen werden jetzt mit einer experimentellen Behandlung bekämpft. Nach ersten Versuchen zeigen sich die Mediziner optimistisch, dass der schon seit 2007 auf dem Markt befindliche Wirkstoff Eculizumab auch gegen den gefährlichen Darmkeim hilft. Eculizumab greift in das Immunsystem ein und hemmt die Zerstörung von Blutzellen.

Das renommierte Fachblatt “New England Journal of Medicine” veröffentlichte kürzlich einen Artikel über die experimentelle Therapie, die zunächst bei nur 3 Patienten eingesetzt wurde. Ihr neurologischer Zustand sei nach der Behandlung wieder völlig normal gewesen, die Nieren hätten einwandfrei gearbeitet.

 

Kein Wundermittel

Der sogenannte Antikörper Eculizumab wird seit knapp einer Woche in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eingesetzt, wo etwa 50 EHEC-Patienten die schwere Verlaufsform HUS haben.

Der Direktor der Abteilung für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, Hermann Haller, sagte zu dem neuen Medikament: “Es nützt etwas, aber es ist kein Wundermittel.” Die bisherige Behandlungsdauer sei noch zu kurz, um eine eindeutige Stellungnahme abzugeben.

 

Quellen und Links:
Bild: So funktioniert der EHEC Keim
BildBlog: Panikmache in deutschen Landen
Robert Koch Institut: Häufung des lebensbedrohlichen, durch Bakterien verursachten HUS
Spiegel Online Wissenschaft: Neue Therapie weckt Hoffnung für Ehec-Patienten
New England Journal of Medicine: Complement Blockade in Severe Shiga-Toxin–Associated HUS
TAZ: Es hilft, ist aber kein Wundermittel
Illustration: geralt / PIXELIO

Neues Versorgungsprogramm “Knie und Hüfte”

Monday, May 30th, 2011
Knie

Foto: NatUlrich, fotolia

Versicherte, die eine private Krankenversicherung bei der Allianz haben, können künftig bundesweit bei Knie- oder Hüftgelenksopertationen ein aktuelles Angebot der GesundheitsLotsen nutzen.

Die Patienten werden im Zuge des Versorgungsprogramms “Knie und Hüfte” durch einen persönlichen Ansprechpartner von der Voruntersuchung bis zur darauf folgenden Anschlussheilbehandlung und Nachsorge betreut. Er organisiert Termine und Abläufe über den gesamten Behandlungsprozess.

Die Allianz übernimmt ebenfalls die Abrechnung mit den Kliniken. Allianz Vorstandsmitglied Christian Molt fügte noch hinzu: “Unsere Patienten können sich durch diesen Service ganz auf das Wesentliche konzentrieren, das Gesund werden. Sie haben die Sicherheit, eine erstklassige Behandlung zu erhalten und können sich bei Fragen jederzeit an ihren Betreuer wenden.”

Das Versorgungsprogramm “Knie und Hüfte” der Allianz GesundheitsLotsen® bietet den Versicherten exklusive Serviceleistungen, umfassende Betreuung und eine qualitativ hochwertige Versorgung – und das alles aus einer Hand.

Der Allianz GesundheitsLotsen-Service regelt Organisation und Abrechnung

Viele Privatpatienten stehen im Falle einer Operation vor einigen organisatorischen Herausforderungen. Es muss eine Klinik für die Operation gewählt werden, eine Reha-Einrichtung und die Behandlungstermine müssen abgestimmt werden. Anschließend geht es noch um die Rechnungsabwicklung. Gerade für jemanden der erkrankt ist, ist dies oft schwierig. Ein persönlicher Betreuer vor Ort nimmt den Patienten auf Wunsch diese Arbeiten ab und sorgt dafür, dass die Behandlung möglichst zügig ohne lange Wartezeiten stattfindet.

Gerade eine konstante Behandlungskette mit aufeinander abgestimmter Voruntersuchung, Operation und Anschlussbehandlung ist für eine vollständige, schnelle Genesung von großer Bedeutung. Zudem entlastet das Versorgungsprogramm die Versicherten bei der Koordination und Abrechnung. Die Leistungen werden von den Ärzten und Krankenhäusern direkt mit der Versicherung abgerechnet. Dies ist ebenfalls eine enorme Erleichterung für die Versicherten, die sonst eine Vielzahl an Einzelrechnungen erhalten haben, für die sie in Vorleistung gehen mussten. “Dieser umfassende Service der GesundheitsLotsen® ist derzeit einzigartig in Deutschland.” ergänzt Christian Molt.

Die Allianz Private Krankenversicherung kooperiert derzeit mit fünf renommierten Kliniken
Aufgrund der Kooperationen können Versicherte der Allianz das Versorgungsprogramm “Knie und Hüfte” in ganz Deutschland in Anspruch nehmen. Partner sind die Orthopädische Chirurgie München (OCM), die Sana Kliniken Solln Sendling, die Vulpius Klinik in Bad Rappenau, die Schön Klinik Neustadt, die Raphaelsklinik Münster und das Braunschweiger Herzogin Elisabeth Hospital. Diese Kliniken sind spezialisiert auf die jeweiligen Fachgebiete und können dies mit konkreten Zahlen nachweisen.

Das Versorgungskonzept GesundheitsLotsen® beinhaltet neben “Knie und Hüfte” weitere Programme wie z.B.:

  • Das Gesundheitstelefon
  • Der Patientenbegleiter
  • Das Diabetesprogramm
  • Das Herzinsuffizienzprogramm
  • Patienteninformationen
  • Der Notruf-Service Ausland
  • Kooperation mit Zahnlabors
  • Der Pflege-Service
  • Das Hilfsmittel-Management

Quelle: ddp

Erfolg im Kampf gegen AIDS: HIV Infizierter geheilt

Friday, July 23rd, 2010

Im Kampf gegen die tödliche Immunschwäche-Krankheit AIDS gab es einen aufsehenerregenden Erfolg: Berliner Ärzten gelang es erstmalig, einen HIV-Infizierten zu heilen und offenbar sogar gegen eine erneute HIV-Infektion zu immunisieren. Zuvor war weltweit kein einziger Fall einer Heilung von dem AIDS Virus HIV bekannt. Gleichzeitig heilten die Ärzte die Leukämie-Erkrankung (Blutkrebs) des Patienten.

Ein Artikel von Zeit Online beschreibt ruhig und einfühlsam die faszinierende Heilung des Patienten, die von Ärzten und Medien teilweise auch als “Sensation” oder “Wunder” bezeichnet wird.

Er wirkt auf seltsam gebrochene Weise jugendlich, wie ein flügger Vogel mit verletzten Flügeln. Sein Gang ist schleppend, unsicher. Als er sich auf das braune Ledersofa im Büro seines Doktors hockt, sieht er verloren aus auf dem riesigen Möbel und dennoch voller Selbstbewusstsein. Tatsächlich ist der Mann 44 Jahre alt. Dass man ihm sein Alter nicht ansieht, ist umso erstaunlicher, wenn man weiß, was er durchgestanden hat.

Vor 18 Monaten wurde Neil von der Boulevardpresse regelrecht gejagt und musste gegen die Öffentlichkeit streng abgeschirmt werden. Zeitweise lebte er außerhalb Berlins in einer geheimen Wohnung. Neil ist, soweit bekannt, der erste und einzige Mensch, der von dem Aids-Virus HIV geheilt wurde. Seit mehr als drei Jahren schluckt er keine Medikamente mehr gegen den tückischen Erreger, trotzdem ist das Virus aus seinem Körper verschwunden. Und nach menschlichem Ermessen wird HIV ihn auch nie wieder befallen können. Doch seine Heilung war ein Drama. »Man kann dabei sterben«, sagt Neil lakonisch.

Zweimal ist er dem Tod von der Schippe gesprungen. Zwei der schlimmsten Geißeln, die die moderne Medizin kennt, trafen ihn. Neil war viele Jahre lang HIV-positiv. Dann erkrankte er außerdem an Krebs. Und wie es heute aussieht, war sein doppeltes Unglück gerade der Grund dafür, dass er jetzt mehr oder weniger gesund ist.

In einem Interview bei Zeit.de mit dem Sprecher des Kompetenznetzes HIV/AIDS, Norbert Brockmeyer, sagt dieser:

Das Problem ist, und das wissen wir schon seit Jahren, dass das Virus seine Affinität für Rezeptoren ändert. Es gibt noch einen zweiten Rezeptor, den sogenannten CXCR4, den das Virus nutzt, um eine Zelle zu infizieren. Die Frage ist jetzt, wie lange braucht das Virus, bis es sich wieder so weit vermehrt hat, dass es auf der einen Seite wieder nachweisbar ist und auf der anderen Seite den Rezeptortyp gewechselt hat. Noch sieht alles sehr fantastisch aus, aber wir müssen schauen, was in den nächsten Monaten passiert.

Die Umstände der Heilung machen deutlich, dass es ein besonderer Einzelfall war, einen enormem Überlebenskampf mit Transplantation, Chemotherapie und Koma des auch an Krebs erkrankten HIV-infizierten Patienten erforderte und so eine Behandlung für die meisten anderen Betroffenen nicht direkt möglich ist.

Brockmeyer:

Die Suche nach einem Knochenmarkspender für einen Leukämiepatienten dauert oft Monate. Dann noch jemanden zu finden, der die notwendige Rezeptorveränderung hat, die das Virus daran hindert, eine Zelle zu infizieren, ist wie das Suchen der Nadel im Heuhaufen. In Deutschland und Europa haben gerade ein Prozent der Bevölkerung diese Veränderung im CCR5-Rezeptor. Dann gibt es eine Vielzahl von Nebenwirkungen, die bis zum Tod führen können. Das heißt, eine Transplantation ist nicht irgendetwas, dass man jedem HIV-Patienten, der nicht gerade eine Leukämie hat, anraten sollte.

HIV/AIDS bleibt also auch nach dieser erstmalig gelungenen Heilung noch für lange Zeit ein großes Problem für die Menschheit. Doch der jüngste Erfolg im Kampf gegen die zuvor unbesiegbare Krankheit gibt begründete Hoffnung und ist ein wichtiger Durchbruch für die Erforschung von Behandlungs-, Heilungs- und Immunisierungs-Methoden.

Zeit.de:

Natürlich wollten die Berliner Ärzte ihren Erfolg wiederholen, aus einem Einzelfall eine richtige Studie machen. Acht weitere HIV-infizierte Leukämiekranke wurden an Thiel überwiesen. Doch wiederholen konnte er seinen Erfolg nicht. Für diese Patienten fand sich kein einziger [geeigneter] Spender.

Dennoch könnte aus Neils Heilung eines Tages auch eine Kur für andere HIV-Patienten erwachsen: In den USA steht der erste Test einer Gentherapie an, die Neils Heilung nachempfindet, aber nicht auf einen unwahrscheinlichen Glückstreffer bei der Knochenmarkspende angewiesen sein soll. Die Forschungsperspektive ist eine Resistenz gegen jenes Virus, das die Welt mit der Seuche Aids überzieht.

Neil ist schon resistent. Sein neues Immunsystem verhindert, dass er sich erneut mit HIV infiziert. Er kann auch niemanden anstecken.

In der FAZ gibt es ebenfalls einen interessanten Artikel zu der erfolgreichen HIV-Heilung. Dort steht ein anderer Arzt im Mittelpunkt aber die Aussagen sind ähnlich und es wird erneut deutlich, dass der Erfolg nicht ohne weiteres wiederholbar ist:

Auf der Welt-Aidskonferenz in Wien will er nun seine neuen Forschungsergebnisse vorstellen. Acht mögliche Patienten hat er seit 2008 betreut. In nur einem Fall, für eine dreijährige Russin, fanden sich 120 mögliche Spender, darunter auch einer mit der CCR5-Mutation. Drei weitere Leukämiekranke warten noch auf ihre Ergebnisse und können darauf hoffen, dass sich ein solcher Spender findet. Zwei HIV-Infizierte mussten behandelt werden, ohne dass sich ein Spender mit der Mutation gefunden hätte. Sie wären sonst an dem Blutkrebs gestorben. Die letzten beiden Patienten starben, ohne dass Hütter ihnen helfen konnte.

Ein nicht zu vergessender Aspekt der jetzt entdeckten Heilmethode von HIV-Infektionen ist die Erkenntnis, dass es jetzt noch einen weiteren guten Grund gibt, sich als Knochenmarkspender registrieren zu lassen: So kann man nicht nur die Chance erhalten, einem krebskranken Menschen das Leben zu retten. Wie sich jetzt gezeigt hat, helfen Knochmarkspenden außer im Kampf gegen Krebs auch in der AIDS-Forschung und der Heilung von HIV-Infektionen.

Darüber, wie eine Knochenmarkspende abläuft und über die Möglichkeiten, sich als potenzieller Knochenmarkspender registrieren zu lassen, kann man sich z.B. auf den folgenden Webseiten informieren: