Private Krankenversicherung 2012

29.9.2011

Die Private Krankenversicherung 2012: Unisex- statt Einsteigertarife

Im Lauf des Jahres 2012 sollen in der Privaten Krankenversicherung sogenannte Unisex-Tarife eingeführt werden, die bisherige Unterscheidung nach Geschlecht ist laut dem Europäischen Gerichtshof nicht zulässig. Auch bei den Einsteigertarifen haben einige Versicherungen Änderungen angekündigt.

Private Krankenversicherung mit gleichen Beiträgen für Männer und Frauen

Bislang erhebt die Private Krankenversicherung unterschiedliche Beiträge für Männer und Frauen. Dies wird unter anderem mit der höheren Lebenserwartung der weiblichen Bevölkerung und der damit verbundenen höheren Kosten im Alter begründet. Der Europäische Gerichtshof hat derartige Unterscheidungen jedoch für ungültig erklärt.

Daher wird die Private Krankenversicherung 2012 die Tarife neu kalkulieren, spätestens bis Jahresende sollen die Änderungen vollzogen sein. Männer, die gerne in die Private Krankenversicherung wechseln möchten und die Voraussetzungen dafür erfüllen, sollten dies daher möglichst vor Inkrafttreten der neuen Tarife tun, da diese voraussichtlich mit höheren Beiträgen verbunden sein werden.

Einige Anbieter streichen Einsteigertarife

Viele Versicherungen bieten bislang günstige Einsteigertarife an, um die Private Krankenversicherung beispielsweise auch für Einzelunternehmen mit einem eher geringen Einkommen attraktiv zu machen.

Der spätere Wechsel in einen teureren Tarif, mit dem einige Unternehmen gerechnet hatten, trat jedoch nur in sehr geringem Umfang ein. Daher haben einige Anbieter nun beschlossen, die Einsteigertarife ab dem Jahr 2012 aus dem Programm zu nehmen.

Wer sich für einen solchen Tarif interessiert, sollte die Versicherung daher möglichst noch in diesem Jahr abschließen, um noch zwischen mehreren Anbietern wählen zu können.

Private Krankenversicherung 2011

23.8.2011
Private Krankenversicherung

Private Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung erlebte ab 1925 ihren Aufschwung, als es auf Grund der Informationen aus Sterbetafeln und Krankheitsverläufen möglich wurde, Versicherungsverläufe und die daraus folgende Erfüllbarkeit der versprochenen Versicherungsleistung zu garantieren.

Derzeit sind ca. 16 Millionen Deutsche bei ca. 50 Versicherungsunternehmen durch eine private Krankenversicherung gegen Krankheitsrisiken, teilweise als Zusatzversicherung, abgesichert.

Der Gesetzgeber hat im Sozialgesetzbuch V festgelegt, wer in eine private Krankenversicherung wechseln darf. Für Arbeitnehmer wurden die Wechselmöglichkeiten im Jahr 2011 erheblich erleichtert.

 

Wer kann sich privat krankenversichern?

In die private Krankenversicherung können folgende Personengruppen eintreten bzw. wechseln:

    • Selbständige,
    • Freiberufler,
    • Beamte,
    • Studenten,
    • Arbeitnehmer, deren Verdienst oberhalb der Einkommensgrenze liegt.

Außer den Arbeitnehmern muss keine der aufgeführten Personengruppen eine Einkommensgrenze überschreiten.

 

Neuerungen zum Wechsel in die private Krankenversicherung 2011

Für Arbeitnehmer erleichtert sich ab 2011 der Wechsel in die private Krankenversicherung auf zweierlei Weise:

  1. Die so genannte Wechselfrist wurde von drei auf ein Jahr verkürzt. Das bedeutet für Sie als Arbeitnehmer, dass bereits eine einmalige Überschreitung der Einkommensgrenze den Wechsel für Sie ermöglicht.
  2. Die Einkommensgrenze wurde erstmalig in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland herabgesetzt. Bestand 2010 noch eine Einkommensgrenze von 49950,- Euro Jahresverdienst, so können Sie 2011 schon ab 49500,- Euro Jahresverdienst in die private Krankenversicherung wechseln.

Diese Änderungen erleichtern die Wahlfreiheit als Arbeitnehmer erheblich, da durch die Verkürzung der Wechselfrist der Wechsel in eine private Krankenversicherung vereinfacht und der Wettbewerb zur gesetzlichen Krankenversicherung verstärkt wird.

 

Weitere Neuerungen

Wahltarife, wie zum Beispiel Chefarztbehandlung, Einbettzimmer oder auch die Auslandskrankenversicherung, dürfen ab 2011 nur durch private Krankenversicherungen angeboten werden.

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung wurde die paritätische Finanzierung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer endgültig aufgehoben. Das bedeutet: zukünftige Kostensteigerungen im Gesundheitswesen tragen vornehmlich die gesetzlich Versicherten.

Für Personen, deren Verdienst dauerhaft oberhalb der Einkommensgrenze liegt und die keine junge Familie haben, kann der Wechsel in einen geeigneten PKV Tarif von erheblichem Vorteil sein. Experten im Bereich Private Krankenversicherung helfen dabei kostenlos.

 

Bildquelle: Ronny Richert / Pixelio

Private Krankenversicherung Billigtarife in der Kritik

27.7.2011

Auf Werbebannern und in Emails wird teilweise damit geworben, dass man in eine private Krankenversicherung wechseln und sich dort schon für z.B. 59,- oder 89,- Euro monatlich versichern könne.

Auf diese Art wäre der Versicherte in der Lage, jährlich tausende Euro zu sparen. Seriöse Fachleute, Vermittler und Berater distanzieren sich von solchen Werbemethoden, kritisieren Billigtarife und klären Interessenten auf:

Monatsbeiträge dieser geringen Höhe basieren auf seltenen Sonderfällen und Rechentricks, sind für kaum jemanden tatsächlich erhältlich und bieten keinen nennenswerten Leistungsvorteil gegenüber gesetzlichen Krankenversicherungen. Solche Tarife haben sogar Nachteile gegenüber der GKV.

In die PKV wechseln aus Geldnot?

Die Wahrheit ist: PKV Tarife können zwar preisgünstiger sein als alternativ zu zahlende Krankenkassenbeiträge, das gilt jedoch besonders für Versicherte mit relativ hohem Einkommen, die nicht mehrere junge Kinder haben oder zu bekommen planen.

Wer sich trotz eines relativ geringen Einkommens privat versichern darf und mehrere junge Kinder hat, ist in einer gesetzlichen Krankenversicherung oft besser aufgehoben als in einem privaten Einsteiger- bzw. Billigtarif.

Aus Geldnot sollte man nicht von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln, denn die größte Stärke der PKV sind Ihre invididuell anpassbaren, hochqualitativen, modernen medizinischen Leistungen, die man für 59,- Euro Monatsbeitrag sowieso nicht erhält.

Nachteile von PKV Billigtarifen

So warnt auch das Ratingunternehmen Franke & Bornberg in einer aktuellen Veröffentlichung vor den billigen “Einsteigertarifen”:

Patienten bekommen keine Leistung, wenn sie eine ambulante Psychotherapie benötigen, auch Rehas und Kuren sowie künstliche Befruchtungen und Heilpraktiker-Behandlungen werden nicht bezahlt. Und die üblichen Bestimmungen für Zahnersatz gelten nicht.

In solchen Tarifen besteht kein Spielraum, Leistungen aus Kulanz zu erstatten. Zudem sind wegen der knappen Kalkulation künftig überdurchschnittliche Beitragssteigerungen nicht auszuschließen.

Das Optimimum ist ein individueller Kompromiss

Letztlich muss sich der Versicherte gut beraten entscheiden, welcher der drei Aspekte “Leistung”, “anfänglicher Monatsbeitrag (und Selbstbeteiligung)” sowie “Beitragsstabilität” ihm beim Krankenversicherungsschutz wie wichtig ist, denn:

Die besten Versicherungsleistungen gibt es natürlich nicht in den billigsten Tarifen. Die momentan billigsten Tarife sind höchstwahrscheinlich nicht die zukünftig beitragsstabilsten. Ein Wechsel des Tarifs kann nach neu hinzugekommen gesundheitlichen Problemen schwer oder unmöglich werden.

Gesunde Skepsis ratsam

Deshalb muss der ehrliche Ratschlag lauten: Finger weg von Angeboten, die mit Monatsbeiträgen von unter 100,- Euro für eine private Krankenversicherung werben! Und Vorsicht bei PKV-Tarifen mit Monatsbeiträgen deutlich unter 200,- Euro, denn dort sind hohe Selbstbeteiligung, relativ geringer Leistungsumfang, wenig Kulanzbereitschaft und überdurchschnittliche Beitragssteigerungen zu erwarten.

Um einen für Sie individuell guten PKV-Tarif zu finden, lassen Sie sich unbedingt von seriösen und möglichst unabhängigen Experten beraten. Legen Sie gesunde Skepsis an den Tag und wenn etwas zu gut klingt, versuchen Sie es durch weitere eigene Recherchen zu überprüfen.

Handlungsunfähig durch Zögern

Die Entscheidungen für eine gesetzliche oder private Krankenversicherung, für einen konkreten Tarif und die damit zusammenhängenden Gestaltungsmöglichkeiten, wie die Höhe der Selbstbeteiligung, haben langfristige Folgen für Ihre Gesundheit und Ihren Geldbeutel. Sie sollten darum gut informiert getroffen werden.

Zögern Sie nur nicht zu lange damit, sich zu informieren, beraten zu lassen, sich zu entscheiden und — wenn sinnvoll — einen Wechsel zu machen. Sonst können Ihnen neu hinzugekommene Diagnosen die Möglichkeit nehmen, noch etwas an Ihrer Krankenversicherung zu ändern.

Mit möglicherweise sogar schwerwiegenderen Folgen als der Wechsel in einen Tarif, der vielleicht nicht alle Ihre Wünsche gleichzeitig optimal erfüllt, aber für Sie besser ist als Ihr bisheriger (und dann leider nicht mehr zu ändernder) Versicherungsschutz.

Diskussion zu diesem Blogbeitrag im Forum
Beste Private Krankenversicherung

Beiträge anderer Websites zum selben Thema:
Chat Private Krankenversicherung, Billigtarife: Expertin antwortet – test.de
Krankenversicherung für 59 Euro – verbraucherschutz.tv
Private Krankenversicherungen: Experten warnen vor Billigtarifen – tarifcheck24.com
PKV: Franke & Bornberg warnt vor Billigtarifen – private-krankenkasse-pkv.de
DKV: Keine Billigtarife mehr – krankenversicherung-experte.com

Immer noch viele Menschen ohne Krankenversicherung

11.7.2011

Trotz der im Jahre 2006 eingeführten Versicherungspflicht, haben mehr als 40.000 Bundesbürger in Deutschland immer noch keine Krankenversicherung. Vor der Einführung der Versicherungspflicht gab es in Deutschland etwa 200.000 Menschen ohne Versicherungsschutz. Nach in Kraft treten hat sich ein Großteil der Betroffenen in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert (ca. 150.000) und ein Teil entschied sich für die private Krankenversicherung (PKV). Die übrigen Bürger blieben ohne Krankenversicherungsschutz. Laut Caritasverband steigt in einigen Regionen Deutschlands die Zahl derer die keine Krankenversicherung besitzen.

Im Zuge der Änderungen in der Gesundheitsreform wurden die privaten Krankenversicherungen verpflichtet, Versicherungsnehmern den so genannten Basistarif anzubieten. Die Leistungen dieses Tarifs sind vergleichbar mit denen einer gesetzlichen Krankenversicherung. Für die Aufnahme in diesen Tarif ist keine Risikoprüfung/Gesundheitsprüfung erforderlich. Die privaten Krankenversicherungen sind verpflichtet jeden Antragssteller unabhängig von seinem Gesundheitszustand im Basistarif aufzunehmen. Die kosten des Basistarifs orientieren sich an der Höchstgrenze der Beitrags in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) und liegen derzeit bei etwa 500 Euro im Monat. Derzeit sind etwa 9.000 Menschen im Basistarif der privaten Krankenversicherung versichert.

Bei der Suche nach der passenden privaten Krankenversicherung, steht eine Vielzahl an Angeboten verschiedener Versicherer zur Verfügung. Um bei der Vielfalt an unterschiedlichen Tarifen und Leistungen der Versicherungen nicht der Überblick zu verlieren, bietet sich ein private Krankenversicherung online Vergleich an. Damit lässt sich schnell und kostenlos ermitteln welche Tarife der PKV in Frage kommen. Erst nach sorgfältiger Prüfung sollte ein Wechsel der Krankenversicherung durchgeführt werden.

Bankraub statt Krankenversicherung

22.6.2011

R. J. Verone, ohne Krankenversicherung -- Gefängnis als einzige Chance auf Behandlung

Herr Verone wusste, dass er medizinische Hilfe benötigt. Er spürte den Klumpen an der Brust, seine zwei kaputten Bandscheiben schmerzten unerträglich und sein linker Fuß machte Probleme. Er wusste, dass er als 59-jähriger Arbeitsloser ohne Ersparnisse und ohne Krankenversicherung in den USA keine angemessene ärztliche Versorgung bekommen kann.

Also fasste er einen Plan. Er verkaufte er seine Möbel, kündigte seine Wohnung und verbrachte ein paar Tage in einem Hotel, bevor er am 9. Juni in einem Taxi zu einer Bank fuhr.

Der Bankangestellten gab er einen Zettel: “Dies ist ein Banküberfall. Bitte geben Sie mir nur einen Dollar.” Dann sagte er: “Ich werde mich dort drüben hinsetzen und auf die Polizei warten.”

James Verone setzte sich, die Bank alarmierte die Polizei, die Beamten kamen und nahmen ihn fest. Er hatte sein Ziel erreicht.

Er wollte nicht möglichst viel Geld für gute Ärzte rauben: “Ich bin reingegangen und ich wollte ins Gefängnis.”

Häftlinge werden kostenlos medizinisch versorgt. James Verone hofft auf mindestens drei Jahre Haft.

Er sei kein politischer Mensch, hat aber eine Meinung zum Thema soziale Gesundheitsversorgung: Wenn es so etwas in den USA gäbe, würde er vermutlich nicht durch eine Trennwand in einem orangefarbenen Overall mit der Presse sprechen. “Wenn man seine Gesundheit nicht hat, hat man gar nichts.”

US-Präsident Barack Obama setzte im vergangenen Jahr eine Gesundheitsreform durch, doch laut einer aktuellen Umfrage sind noch immer etwa 16 Prozent der Amerikaner ohne Krankenversicherung.

Quellen:
Spiegel Online
PolitBloggger.eu

Interview (auf Englisch):

Sprossen als Quelle der Ehec Epidemie identifiziert

5.6.2011

Bildquelle: Grace Winter / pixelio

Nach neuesten Erkenntnissen scheint es wahrscheinlich, dass Sprossen die Quelle der Ehec-Epidemie mit bisher 18 Toten in Deutschland sind.

Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus Behördenkreisen. Eine Firma im Kreis Uelzen steht angeblich in Verbindung mit den zuletzt in Lübeck aufgetretenen Erkrankungen.

Bis Sonntag Nachmittag wurde der EHEC-Erreger in Sprossen allerdings labortechnisch nicht nachgewiesen, die Ergebnisse der Untersuchen betreffen soweit nur die Handelswege.

„Wir haben ein Produkt identifiziert, das an alle großen Ausbruchsherde von Ehec-Erkrankungen geliefert worden ist“, sagte Gert Hahne, der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums.

Quelle: FAZ

EHEC Infektionswelle: Suche nach Quelle und Heilung

31.5.2011

Die Infektionsquelle ist noch aktiv und unbekannt. Der lebensgefährliche Darmkeim EHEC HUSEC041 (O104:H4) verbreitet sich weiter.

Er ist aktuell deutschlandweit für mindestens 1400 Erkrankungen — etwa 350 davon mit der schweren Verlaufsform HUS, “hämolytisch-urämisches Syndrom” — und 15 Todesfälle verantwortlich.

Laut Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) ist die Infektionsquelle noch immer “aktiv”. Bahr rechnet mit steigenden Infektionszahlen und rief die Bürger zu weiterhin “größter Vorsicht” auf. Die Einhaltung von Hygienevorschriften sei der beste Schutz vor einer Ansteckung.

Die Krankheit hat eine Inkubationszeit von etwa 8 Tagen, so dass Erkenntnisse über den Verbreitungsgrad immer mindestens eine Woche rückblickend sind.

 

Quelle im Süden, Verbreitung in Norden?

Die meisten Infektionen gab es in Norddeutschland, speziell in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachen. Sachsen und Brandenburg sind die einzigen Bundesländer ohne gemeldeten EHEC Fall.

Nachdem ursprünglich Bio-Gurken aus Spanien Verdacht kamen, die gesuchte Quelle der Infektionswelle zu sein, wurde dieses inzwischen widerlegt. Zwar wurde auf den Gurken EHEC-Erreger nachgewiesen, allerdings nicht des Stamms Typ O104, der die aktuellen Erkrankungen ausgelöst hat.

Anders als es oft interpretiert wurde, warnte das Robert Koch Institut jedoch nicht ausdrücklich vor Gemüse aus Norddeutschland, sondern vor dem Verzehr roher Tomaten, Salatgurken und Blattsalate “insbesondere in Norddeutschland”.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung “empfiehlt derzeit weiterhin vorsorglich Tomaten, Salatgurken und Blattsalate nicht roh zu verzehren. Diese Hinweise, die insbesondere auf in Norddeutschland erhältliche Ware abzielen, haben weiterhin Bestand, solange die Ermittlungen des Ausbruchsgeschehens andauern”.

 

EHEC Symptome

EHEC produziert Giftstoffe, die im Darm freigesetzt werden, wodurch es zu blutigen Durchfallerkrankungen kommen kann. Typische Symptome sind Übelkeit, Erbrechen und leichter, wässriger Durchfall. Bei schwerem Krankheitsverlauf treten blutiger Stuhl und schmerzhafte Bauchkrämpfe auf.

Durch die EHEC-Gifte kann es zu Blutarmut, Gefäßschädigungen und Nierenfunktionsstörungen kommen, die besonders bei Kindern unter Umständen tödlich verlaufen.

 

Hoffnung durch neues Medikament

Die schwersten Fälle von Ehec-Infektionen werden jetzt mit einer experimentellen Behandlung bekämpft. Nach ersten Versuchen zeigen sich die Mediziner optimistisch, dass der schon seit 2007 auf dem Markt befindliche Wirkstoff Eculizumab auch gegen den gefährlichen Darmkeim hilft. Eculizumab greift in das Immunsystem ein und hemmt die Zerstörung von Blutzellen.

Das renommierte Fachblatt “New England Journal of Medicine” veröffentlichte kürzlich einen Artikel über die experimentelle Therapie, die zunächst bei nur 3 Patienten eingesetzt wurde. Ihr neurologischer Zustand sei nach der Behandlung wieder völlig normal gewesen, die Nieren hätten einwandfrei gearbeitet.

 

Kein Wundermittel

Der sogenannte Antikörper Eculizumab wird seit knapp einer Woche in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) eingesetzt, wo etwa 50 EHEC-Patienten die schwere Verlaufsform HUS haben.

Der Direktor der Abteilung für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, Hermann Haller, sagte zu dem neuen Medikament: “Es nützt etwas, aber es ist kein Wundermittel.” Die bisherige Behandlungsdauer sei noch zu kurz, um eine eindeutige Stellungnahme abzugeben.

 

Quellen und Links:
Bild: So funktioniert der EHEC Keim
BildBlog: Panikmache in deutschen Landen
Robert Koch Institut: Häufung des lebensbedrohlichen, durch Bakterien verursachten HUS
Spiegel Online Wissenschaft: Neue Therapie weckt Hoffnung für Ehec-Patienten
New England Journal of Medicine: Complement Blockade in Severe Shiga-Toxin–Associated HUS
TAZ: Es hilft, ist aber kein Wundermittel
Illustration: geralt / PIXELIO

Neues Versorgungsprogramm “Knie und Hüfte”

30.5.2011
Knie

Foto: NatUlrich, fotolia

Versicherte, die eine private Krankenversicherung bei der Allianz haben, können künftig bundesweit bei Knie- oder Hüftgelenksopertationen ein aktuelles Angebot der GesundheitsLotsen nutzen.

Die Patienten werden im Zuge des Versorgungsprogramms “Knie und Hüfte” durch einen persönlichen Ansprechpartner von der Voruntersuchung bis zur darauf folgenden Anschlussheilbehandlung und Nachsorge betreut. Er organisiert Termine und Abläufe über den gesamten Behandlungsprozess.

Die Allianz übernimmt ebenfalls die Abrechnung mit den Kliniken. Allianz Vorstandsmitglied Christian Molt fügte noch hinzu: “Unsere Patienten können sich durch diesen Service ganz auf das Wesentliche konzentrieren, das Gesund werden. Sie haben die Sicherheit, eine erstklassige Behandlung zu erhalten und können sich bei Fragen jederzeit an ihren Betreuer wenden.”

Das Versorgungsprogramm “Knie und Hüfte” der Allianz GesundheitsLotsen® bietet den Versicherten exklusive Serviceleistungen, umfassende Betreuung und eine qualitativ hochwertige Versorgung – und das alles aus einer Hand.

Der Allianz GesundheitsLotsen-Service regelt Organisation und Abrechnung

Viele Privatpatienten stehen im Falle einer Operation vor einigen organisatorischen Herausforderungen. Es muss eine Klinik für die Operation gewählt werden, eine Reha-Einrichtung und die Behandlungstermine müssen abgestimmt werden. Anschließend geht es noch um die Rechnungsabwicklung. Gerade für jemanden der erkrankt ist, ist dies oft schwierig. Ein persönlicher Betreuer vor Ort nimmt den Patienten auf Wunsch diese Arbeiten ab und sorgt dafür, dass die Behandlung möglichst zügig ohne lange Wartezeiten stattfindet.

Gerade eine konstante Behandlungskette mit aufeinander abgestimmter Voruntersuchung, Operation und Anschlussbehandlung ist für eine vollständige, schnelle Genesung von großer Bedeutung. Zudem entlastet das Versorgungsprogramm die Versicherten bei der Koordination und Abrechnung. Die Leistungen werden von den Ärzten und Krankenhäusern direkt mit der Versicherung abgerechnet. Dies ist ebenfalls eine enorme Erleichterung für die Versicherten, die sonst eine Vielzahl an Einzelrechnungen erhalten haben, für die sie in Vorleistung gehen mussten. “Dieser umfassende Service der GesundheitsLotsen® ist derzeit einzigartig in Deutschland.” ergänzt Christian Molt.

Die Allianz Private Krankenversicherung kooperiert derzeit mit fünf renommierten Kliniken
Aufgrund der Kooperationen können Versicherte der Allianz das Versorgungsprogramm “Knie und Hüfte” in ganz Deutschland in Anspruch nehmen. Partner sind die Orthopädische Chirurgie München (OCM), die Sana Kliniken Solln Sendling, die Vulpius Klinik in Bad Rappenau, die Schön Klinik Neustadt, die Raphaelsklinik Münster und das Braunschweiger Herzogin Elisabeth Hospital. Diese Kliniken sind spezialisiert auf die jeweiligen Fachgebiete und können dies mit konkreten Zahlen nachweisen.

Das Versorgungskonzept GesundheitsLotsen® beinhaltet neben “Knie und Hüfte” weitere Programme wie z.B.:

  • Das Gesundheitstelefon
  • Der Patientenbegleiter
  • Das Diabetesprogramm
  • Das Herzinsuffizienzprogramm
  • Patienteninformationen
  • Der Notruf-Service Ausland
  • Kooperation mit Zahnlabors
  • Der Pflege-Service
  • Das Hilfsmittel-Management

Quelle: ddp

Neuer Gesundheitsminister Daniel Bahr

13.5.2011

Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Bildquelle: Bahr MdB / Frank Ossenbrink

Nach dem Wechsel von Philipp Rösler (FDP) an die Spitze des Wirtschaftsministeriums ist Daniel Bahr (FDP) seit 12. Mai 2011 neuer Bundesminister für Gesundheit. Doch wer ist Daniel Bahr und wofür steht er? Eine kleine Presseschau:

Die Tagesschau stellt fest: “Seit 2002 aber macht Bahr nur noch eins: Politik. Und kämpft sich immer weiter nach oben. Mit langem Atem und Stehvermögen. In seiner Freizeit läuft er schon mal einen Marathon. Im Bundestag verschafft er sich in der Zeit der großen Koalition Respekt auch über die eigenen Reihen hinaus: Und zwar als liberaler Gegenspieler von Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Sein Lieblingsthema: Der ungeliebte Gesundheitsfonds, es ist das schwarz-rote Prestigeprojekt überhaupt.”

In den T-Online Nachrichten heißt es über Daniel Bahr: “Kritiker geißeln ihn als Ideologen, der das Ende der gesetzlichen Krankenversicherung im Schilde führe. Bahr sieht sich als Kämpfer für mehr Wettbewerb. Ärzteschaft und Kassen lobten seine Beförderung ins Ministeramt bereits.”

Spiegel Online beschreibt seinen Werdegang so: “Der 34-Jährige ist bereits seit neun Jahren Berufspolitiker. Er hat vor dem Einzug ins Parlament nie wirklich gearbeitet – sieht man einmal von der Lehre bei der Dresdner Bank ab. Beruflich sozialisiert wurde Bahr vor allem im Bundestag. Als Chef der Jungen Liberalen war er nie groß mit inhaltlichen Vorstößen aufgefallen. Deshalb machten ihm seine Förderer klar, dass er sich unbedingt auf einem Gebiet spezialisieren musste. Bahr wählte die Gesundheitspolitik, auch weil er damit sein Lieblingsthema Generationengerechtigkeit konkreter angehen konnte. 2005 wurde er gesundheitspolitischer Sprecher, lieferte sich öffentlich scharfe Wortgefechte mit der SPD-Ministerin Ulla Schmidt. Nach dem schwarz-gelben Wahlsieg 2009 stieg er fast folgerichtig zum Staatssekretär auf. Die Beförderung auf den Chefposten kommt nun eigentlich etwas früh.”

Focus Online fasst die umfangreichen Herausforderungen zusammen: “Wer als deutscher Gesundheitsminister bestehen will, muss es nicht nur mit knapp 70 Millionen Kassenpatienten, gut 150 Krankenkassen, etwa 137 000 Vertragsärzten und 59 000 Apothekern aufnehmen, sondern auch diverse andere Interessenverbände auf Abstand halten. Ob Pharmalobby, Zahntechniker, Heilpraktiker-Verbände oder Pflegekräfte: Sie alle fordern mit Verve ihren Anteil an den 240 Milliarden Euro, die in Deutschland jährlich für die Gesundheit ausgegeben werden – das sind rund elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts.”

Krankenkassen wimmeln Senioren ab

10.5.2011

Nach der Insolvenz der City BKK haben Versicherte der pleite gegangenen gesetzlichen Krankenkasse Schwierigkeiten, eine neue Kasse zu finden.

Die Financial Times Deutschland berichtet in einem aktuellen Artikel, dass die Hanseatische Krankenkasse (HEK) vor allem ältere ehemalige Mitglieder der City BKK abwimmelt, obwohl sie gesetzlich verpflichtet ist, sie aufzunehmen:

“Niemand darf abgelehnt werden. Alle bisherigen Leistungen müssen von der neuen Kasse übernommen werden. Dies gilt auch für mitversicherte Angehörige.”

Die Hamburger Verbraucherschutzzentrale hat die HEK wegen des Vorwurfs, statt der teuren alten und kranken Mitglieder nur junge und gesunde haben zu wollen, schon länger im Visier:

“Wir haben schon öfters gehört, dass Ältere und sehr Kranke bei dieser Kasse nicht willkommen sind”, sagte der Leiter für Patientenschutz, Christoph Kranich, der Financial Times Deutschland.

Die Abschreckung teurer Versicherter liege jedoch in der Logik des Gesundheitssystems, das auf mehr Wettbewerb unter den Kassen setze. Spiegel Online kommentiert: “Für die Betroffenen muss es ein Alptraum sein”.

Er habe Beschwerden über elf Versicherer vorliegen, die Interessenten mit “merkwürdigen Behauptungen” abzuwimmeln versuchten, sagte City-BKK-Sprecher Torsten Nowak dem Berliner “Tagesspiegel”.

Die City BKK hatte ihre Insolvenz mit der ungünstigen Versichertenstruktur begründet. Ihr fehle es an jungen und gesunden Mitgliedern und die vorhandenen verursachten überdurchschnittliche Kosten.

Die HEK weißt die Vorwürfe zurück: “Wenn es im Einzelfall zu missverständlichen Äußerungen gekommen sein sollte, dann tut es uns leid”, sagte der stellvertretende Vorsitzende Torsten Kafka.

Quellen: Spiegel.de, FTP.de